Verpackungssiegel: Welche Zeichen echt sind und was seit der EmpCo gilt

FSC, Blauer Engel oder drei Pfeile im Kreis: Auf Verpackungen finden sich viele Zeichen, aber nicht alle davon sind echte Siegel. Seit dem 27. September 2026 ist der Unterschied auch rechtlich wichtig, denn selbst ausgedachte Nachhaltigkeitssiegel sind gegenüber Verbrauchern jetzt verboten.

Was sich mit der EmpCo-Richtlinie geändert hat

Die EU-Richtlinie EmpCo soll Verbraucher vor irreführenden Umweltaussagen schützen. In Deutschland wurde sie über das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt und gilt seit dem 27. September 2026, ohne Übergangsfrist für bereits gedruckte Verpackungen. Ein Nachhaltigkeitssiegel darf gegenüber Verbrauchern seitdem nur noch verwendet werden, wenn es auf einem unabhängig überwachten Zertifizierungssystem beruht oder staatlich festgelegt ist. Selbst gestaltete Siegel fallen damit weg und können abgemahnt werden, vor allem von Mitbewerbern und Verbänden.

„Ich finde es richtig, dass es offizielle, zertifizierte Siegel gibt. Fantasiesiegel und selbst entwickelte Symbole verunsichern die Verbraucher nur.“
Bernhard Klumpp, Kaufmännischer Leiter bei Flexpack

Echte Siegel: FSC, PEFC und Blauer Engel

FSC ist das bekannteste Siegel für Verpackungen aus Papier, Karton und Wellpappe. Unabhängige Prüfer kontrollieren, ob Holz und Fasern aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern oder aus Recycling stammen, und zwar entlang der ganzen Lieferkette. Der Zusatz im Logo verrät mehr: „FSC 100 %“ steht für Material aus zertifizierten Wäldern, „FSC Mix“ für eine Mischung mit Recyclingmaterial und kontrolliertem Holz und „FSC Recycled“ für Recyclingfasern.

PEFC ist das zweite große Waldsiegel und funktioniert nach demselben Prinzip. Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der Bundesregierung mit öffentlich festgelegten Kriterien. Auf Verpackungen ist er eher selten, bei Papierprodukten steht er zum Beispiel für Recyclingpapier aus 100 % Altpapier.

Kein Siegel: Pfeile, Codes und Rücknahmezeichen

Die drei Pfeile im Kreis (Möbius-Schleife) wirken offiziell, sind aber nur ein Symbol, das ohne Zertifizierung gedruckt werden kann. Ohne Zahl soll es zeigen, dass eine Verpackung grundsätzlich recycelbar ist, mit Prozentzahl den Anteil an Recyclingmaterial. Materialcodes wie PAP 20 für Wellpappe helfen bei der Mülltrennung. Das RESY-Symbol steht auf Transportverpackungen aus Papier und Pappe und zeigt, dass sie über das RESY-System zurückgenommen und verwertet werden. Flexpack ist RESY-Mitglied. All diese Zeichen sind sinnvoll, sagen aber nichts über die Umweltwirkung einer Verpackung aus.

Was Unternehmen jetzt prüfen sollten

Wer an Verbraucher verkauft, sollte alle Logos auf Verpackungen, Etiketten und im Onlineshop durchgehen. Selbst gestaltete Siegel müssen weg, auch auf Restbeständen. FSC- und PEFC-Logos brauchen eine gültige Zertifizierung entlang der Lieferkette, und für jede Umweltaussage sollten Nachweise bereitliegen. Auch im B2B-Geschäft lohnt sich der Blick, denn irreführende Umweltaussagen sind nach dem UWG auch zwischen Unternehmen verboten.

Ausblick: Kennzeichnung nach der PPWR

Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) bringt frühestens ab dem 12. August 2028 einheitliche Piktogramme zur Materialzusammensetzung. Außerdem verlangt sie von Herstellern eine Konformitätsbewertung mit technischer Dokumentation. Bernhard Klumpp, der bei Flexpack für die PPWR zuständig ist, sieht dabei noch viele offene Fragen:

„Abfallvermeidung und Recyclingfähigkeit halte ich grundsätzlich für richtig. Handwerklich hat die EU die Verordnung aus meiner Sicht aber nicht optimal gemacht. Es gibt keine genauen Vorlagen für die Konformitätserklärung oder die technische Dokumentation. Und es ist offen, ob der Nachweis für das Grundmaterial reicht oder ob wir für jede Schnittgröße eine eigene Dokumentation brauchen. Diese Unklarheit kostet Betriebe wie uns viel Zeit.“
Bernhard Klumpp, Kaufmännischer Leiter bei Flexpack

Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite zu PPWR und EUDR.

So unterstützt Sie Flexpack

Flexpack ist nach den Chain-of-Custody-Anforderungen des FSC zertifiziert. Auf Wunsch drucken wir das FSC-Label bei Verpackungen aus FSC-zertifiziertem Material sowie Materialcodes direkt auf Ihre Verpackung. Bei Fragen zur künftigen PPWR-Kennzeichnung unterstützen wir Sie auf Anfrage. Sprechen Sie uns an.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.

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